VFR-Piloten-Glossar
Verständliche Erklärungen der Begriffe aus Wetterberatung, Luftraum, Flugvorbereitung, Funk und Lizenz – auf Deutsch und Englisch.
A
- Anstellwinkel (Angle of Attack)FlugvorbereitungDer Anstellwinkel ist der Winkel zwischen Profilsehne des Flügels und relativer Anströmung. Er ist weder der Nickwinkel des Flugzeugs noch der Winkel der Flugbahn zum Horizont.
- AusweichflugplatzFlugvorbereitungEin Ausweichflugplatz ist ein Platz, auf den du ausweichen kannst, wenn die Landung am Ziel nicht möglich oder nicht ratsam ist – etwa wegen Wetter, gesperrter Piste oder Kraftstoff.
C
- CAVOK (Sicht und Wolkenbedingungen OK)WetterCAVOK bedeutet mindestens 10 km Sicht, keine zu meldenden signifikanten Wettererscheinungen und festgelegte Wolkenbedingungen. Es bedeutet weder wolkenlosen Himmel noch eine sichere VFR-Route.
- Kontrollzone (CTR)Luftraum & RegelnEine Kontrollzone ist kontrollierter Luftraum um einen Flugplatz, der am Boden beginnt. VFR-Flüge brauchen für den Einflug eine Freigabe der Flugsicherung.
D
F
- Flugdurchführungsplan (Navigation Log)FlugvorbereitungDer Flugdurchführungsplan ist der schriftliche Plan eines VFR-Flugs: Teilstrecken, Steuerkurse, Distanzen, Zeiten, Höhen, Frequenzen und Kraftstoff. Mit ihm fliegst du und trägst unterwegs Ist-Zeiten ein.
- FlugsichtWetterDie Sicht gibt an, wie weit markante Objekte erkennbar sind. Für VFR in Europa verlangt SERA.5001 in den Lufträumen C bis G grundsätzlich 8 km ab FL100 und 5 km unterhalb von FL100.
- Flugzeit (Blockzeit)Lizenz & FlugbuchBei Flugzeugen zählt nach EASA die Flugzeit ab dem ersten Rollen zum Start bis zum Stillstand nach der Landung. Sie ist die Grundlage für Flugbucheinträge und Lizenzanforderungen.
G
- GAFOR (Wettervorhersage für die Allgemeine Luftfahrt)WetterGAFOR ist eine Vorhersage für die Allgemeine Luftfahrt, die erwartete Sicht und Wolkenuntergrenze für festgelegte Gebiete oder Routen einordnet. Sie hilft, die großräumige Wetterlage für einen VFR-Flug einzuschätzen.
- Geschwindigkeit über Grund (Groundspeed)FlugvorbereitungGroundspeed ist die Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur Erdoberfläche. Sie bestimmt, wie schnell du eine Strecke zurücklegst – nicht die Anströmung des Flügels.
H
I
- Angezeigte Fluggeschwindigkeit (IAS)FlugvorbereitungIAS ist die am Fahrtmesser angezeigte Geschwindigkeit, noch ohne Korrektur von Instrumenten- und Positionsfehlern. Sie ist nicht die Geschwindigkeit des Flugzeugs über Grund.
- ICAO-Alphabet (Buchstabieralphabet)Funk & NavigationDas ICAO-Alphabet ordnet jedem Buchstaben ein international festgelegtes Buchstabierwort zu. Piloten und Fluglotsen verwenden es, damit Rufzeichen, Meldepunkte und andere Buchstabengruppen im Funk eindeutig bleiben.
K
L
- LAPL(A) (Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz)Lizenz & FlugbuchDie LAPL(A) ist eine einfachere EASA-Lizenz für Flugzeuge bis 2.000 kg Höchstabflugmasse mit bis zu drei Passagieren. Die Ausbildung umfasst mindestens 30 Stunden, davon 15 mit Lehrer und 6 überwachter Alleinflug.
- Luftraumklassen (C, D, E, G)Luftraum & RegelnDer europäische Luftraum ist in die Klassen A bis G eingeteilt. VFR-Flüge nutzen meist C, D, E und G: C und D brauchen eine Freigabe, E für VFR nicht, G ist unkontrolliert.
M
- Masse und SchwerpunktFlugvorbereitungBei Masse und Schwerpunkt prüfst du, ob die Masse innerhalb der Grenzen liegt und der Schwerpunkt im zulässigen Bereich. Beides beeinflusst Steuerbarkeit und Flugleistung.
- METAR (Flugplatzwettermeldung)WetterEin METAR ist eine verschlüsselte, beobachtete Wettermeldung für einen Flugplatz, meist alle 30 oder 60 Minuten. Es enthält Wind, Sicht, Wettererscheinungen, Wolken, Temperatur, Taupunkt und QNH.
- Missweisung (magnetische Deklination)Funk & NavigationDie Missweisung ist der Winkel zwischen geografischem und magnetischem Norden an einem Ort. Sie unterscheidet sich von der Deviation, die durch magnetische Einflüsse im Flugzeug entsteht.
- Höchstabflugmasse (MTOW / MTOM)FlugvorbereitungMTOW bezeichnet das maximal zulässige Abfluggewicht. Europäische Unterlagen sprechen häufig von MTOM, der Höchstabflugmasse; maßgeblich ist die Grenze im genehmigten Flughandbuch.
N
P
- Passagier-Mindestflugerfahrung (90-Tage-Regel)Lizenz & FlugbuchNach FCL.060 darfst du als PIC nur Passagiere mitnehmen, wenn du in den letzten 90 Tagen mindestens 3 Starts, Anflüge und Landungen als alleiniger Steuerer in einem Luftfahrzeug derselben Klasse oder Muster gemacht hast.
- PflichtmeldepunktFunk & NavigationEin Pflichtmeldepunkt ist eine veröffentlichte Position, oft eine markante Landmarke, an der VFR-Piloten sich bei Flugsicherung oder Flugplatz melden müssen. Meldepunkte heißen nach Buchstaben wie November oder Whiskey.
- PlatzrundeFunk & NavigationDie Platzrunde ist der festgelegte Weg um einen Flugplatz für Start und Landung: Abflug, Querabflug, Gegenanflug, Queranflug und Endanflug. Richtung und Höhe sind je Platz veröffentlicht.
- PPL(A) (Privatpilotenlizenz – Flugzeuge)Lizenz & FlugbuchDie PPL(A) ist die EASA-Privatpilotenlizenz für Flugzeuge. Die Ausbildung umfasst mindestens 45 Flugstunden, davon 25 Stunden mit Lehrer und 10 Stunden überwachter Alleinflug.
Q
- QFE (Höhenmessereinstellung auf Platzhöhe)WetterQFE ist die Luftdruckeinstellung, bei der der Höhenmesser auf der Piste null anzeigt. Mit QFE zeigt der Höhenmesser die Höhe über dem Flugplatz (Height).
- QNH (Höhenmessereinstellung auf Meereshöhe)WetterQNH ist die Luftdruckeinstellung, bei der der Höhenmesser am Boden die Flugplatzhöhe über dem mittleren Meeresspiegel anzeigt. Mit QNH zeigt der Höhenmesser die Höhe über MSL (Altitude).
R
S
- SeitenwindkomponenteWetterDie Seitenwindkomponente ist der Anteil des Windes quer zur Piste. Sie ergibt sich aus Windgeschwindigkeit × Sinus des Winkels zwischen Wind- und Pistenrichtung.
- SEP-Klassenberechtigung (einmotorig Kolben)Lizenz & FlugbuchDie SEP(land)-Klassenberechtigung gilt 24 Monate. Verlängern kannst du sie durch Erfahrung: in den 12 Monaten vor Ablauf 12 Flugstunden, davon 6 als PIC, 12 Starts und Landungen und ein einstündiger Übungsflug mit Lehrer.
- Sicherheitsmindesthöhe (VFR)Luftraum & RegelnNach SERA.5005(f) müssen VFR-Flüge über Städten und dicht besiedelten Gebieten mindestens 1.000 ft über dem höchsten Hindernis im Umkreis von 600 m fliegen, sonst mindestens 500 ft über Grund oder Wasser – außer bei Start und Landung.
- SIGMET (Warnung vor signifikantem Flugwetter)WetterEin SIGMET warnt vor festgelegten beobachteten oder vorhergesagten Wettererscheinungen auf der Strecke, die die Flugsicherheit gefährden können. Die Meldung nennt Gebiet, Höhenbereich und Gültigkeit.
- Squawk (Transpondercode)Funk & NavigationEin Squawk ist der vierstellige Transpondercode, den die Flugsicherung zuweist oder der Pilot einstellt. In den meisten Ländern Europas schalten VFR-Flüge ohne zugewiesenen Code 7000.
- Strömungsabriss (Stall)FlugvorbereitungEin aerodynamischer Stall entsteht, wenn der Flügel seinen kritischen Anstellwinkel überschreitet und die abgelöste Strömung den Auftrieb vermindert. Er ist kein Motorausfall und kann bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten auftreten.
T
- Übergangshöhe (Transition Altitude)Luftraum & RegelnDie Übergangshöhe ist die Höhe, bis zu der die vertikale Position mit QNH als Höhe über MSL angegeben wird. Beim Steigflug darüber stellst du den Höhenmesser auf Standarddruck, 1013,25 hPa, und verwendest Flugflächen.
- TAF (Flugplatzwettervorhersage)WetterEine TAF ist eine verschlüsselte Wettervorhersage für einen Flugplatz, meist 9 bis 30 Stunden gültig. Änderungsgruppen wie BECMG, TEMPO und PROB beschreiben die erwartete Entwicklung.
- Wahre Fluggeschwindigkeit (TAS)FlugvorbereitungTAS ist die tatsächliche Geschwindigkeit des Flugzeugs relativ zur umgebenden Luftmasse. Zusammen mit dem Wind liefert sie Groundspeed, Steuerkurs und Flugzeit.
- TaupunktWetterDer Taupunkt ist die Temperatur, auf die Luft abkühlen muss, um gesättigt zu sein. Ein kleiner Abstand (Spread) zwischen Temperatur und Taupunkt deutet auf Nebel, Dunst oder tiefe Wolken hin.
- Transponder Mandatory Zone (TMZ)Luftraum & RegelnEine TMZ ist ein Luftraum, in dem ein Transponder mit Höhenübermittlung mitgeführt und eingeschaltet sein muss. So wird VFR-Verkehr für Flugsicherung und Kollisionswarnsysteme sichtbar.
- Transponder (Mode S)Funk & NavigationEin Transponder antwortet auf Radarabfragen mit Code, Druckhöhe und – bei Mode S – der Kennung. So bist du für die Flugsicherung und die Kollisionswarnsysteme anderer Luftfahrzeuge sichtbar.
V
- Sichtflugwetterbedingungen (VMC)Luftraum & RegelnVMC sind die Wetterminima – Sicht und Wolkenabstand –, unter denen VFR-Flug erlaubt ist. In Europa legt SERA.5001 sie je Luftraumklasse fest.
- VOR (UKW-Drehfunkfeuer)Funk & NavigationEin VOR ist ein Bodenfunkfeuer im Band 108–117,95 MHz, mit dem du deinen Standortradial zur Station bestimmst. Es bleibt eine Rückfallebene zur GNSS-Navigation.
Nur zur allgemeinen Information. Für Flugentscheidungen gelten offizielle Quellen, das Flughandbuch deines Luftfahrzeugs und die aktuellen nationalen Regeln.